Teambuilding mit "Market of Skills" Workshop

22 Jun 12:25 Tags: Selbstorganisation, Teambuilding

Inzwischen durfte ich zum dritten Mal eine Teambuilding Maßnahme mit den schönen Titel 'Market of Skills' durchführen, für die ich mich auf folgender Seite hab inspirieren lassen:

http://blog.crisp.se/2012/11/06/anderslaestadius/t...

...mal im Rahmen von Team KickOffs, mal Retrospektiven-ausfüllend.

Das Ergebnis war jedes Mal erstaunlich gut. Selbst introvertierte Teammitglieder konnten sich öffnen, sich dem Team 'verkaufen' und es gab auf unterschiedlichsten Ebenen ein Bonding, eine großartige Bereitschaft, sich auf andere Menschen einzulassen.

Aber von Anfang an...

Das Ziel dieses Workshop ist, die Kohärenz, die soziale Dichte im Team zu verstärken, win-win Beziehungen zu festigen, die Vertrauensbasis für Kollaboration auszubauen oder bei neu zusammengestellten Teams aufzubauen.

Rahmenbedingungen/Vorbereitung

Es ist sinnvoll, den Rahmen, Ablauf und das Ziel dieses Workshops zuvor im Team anzukündigen und sich das Mandat vom Team abzuholen. Es kann sonst zu Widerständen und einem Gefühl der Übergriffigkeit bei einzelnen Teammitgliedern aufkommen.

Ablauf

Die Einführung zeigt nicht nur die Agenda auf, in ihr werden die Regeln und der klar geschützte Raum definiert.

Der CheckIn macht den Kopf frei von der alltäglichen Arbeit. Er ist sehr sinnvoll, wenn der Workshop im Kontext einer Retro, also eingerahmt von operativer Arbeit stattfindet; jedoch nicht zwingend im KickOff Kontext.

In der Vorbereitungszeit von 20-25 Minuten verteilen sich die Teilnehmer auf die Tische, unterschiedliche Räume, ganz nach Raumsituation. Jeder/jede kann nun die Zeit nutzen, um ein Profil von sich zu erstellen, ganz nach Belieben, ganz danach, was man von sich preisgeben möchte.

Das Format ist jedem selbst überlassen. Ich habe inzwischen viele bildliche Beschreibungen, tabellarische Strukturierungen, Mindmaps und sogar Aufsätze gesehen. Es spielt keine Rolle, da diese Darstellung als wesentlicher Teil genau zu der Person passt, die sich danach mit dem Profil vorstellen soll.

Ich lege immer verbunden mit einer kurzen Erklärung die Moving Motivators als Grundlage für die eigene Auseinandersetzung mit seinen Motivatoren hin.

Das Einlassen auf andere Personen und Perspektiven verlangt viel kognitive Leistung. Um die Konzentration hochzuhalten, sollte nach der Hälfte der Zeit eine Pause von 10-15 Minuten stattfinden.

Aufbau der Profile

Der Markt

Nachdem jeder sein Profil ausgearbeitet hat, wird der Marktplatz eröffnet. Fragt im Teilnehmerkreis, wer sich am besten verkaufen kann. Es findet sich fast immer jemand, der voranschreitet.

Ich gebe den Teilnehmern bei einer Teilnehmerzahl von 10 im Durchschnitt 8 Minuten Zeit. Das reicht für eine kurze aber ausreichende Vorstellung. Der eine erzählt mal mehr, die andere mal weniger. Es gleicht sich aus.

Entscheidend ist dabei ein anderer Aspekt: Die zuhörenden Teilnehmer bekommen farblich kodierte Sticky Notes und einen Stift an die Hand, um das Profil nach der Vorstellung mit Leben zu füllen:

Diese werden dann nacheinander von den Teilnehmern ans Poster geheftet um das Profil abzurunden.

Als Moderator habe ich die Runde jedesmal explizit eröffnet mit den Worten:

Der Marktplatz ist eröffnet! Welche Fähigkeiten ...

Hinweis: Wie schon erwähnt, die Pause nicht vergessen!

Der Abschluss

Wichtig! Es gilt zu klären:

Dürfen die Ergebnisse ins Protokoll? Wer möchte sein durchaus sehr privates Plakat nicht festgehalten und an alle Teilnehmer versendet sehen?

Ein kurzes Debrief, eine Nachbesprechung ist immer sinnvoll. Lasst euch ebenso noch genug Zeit, um Feedback zu bekommen. Einerseits bleibt dadurch der Workshop länger (positiv) im Gedächnis der Teilnehmer, andererseits kann man das als Chance nutzen, selbst noch besser in Moderation, Auswahl der Methoden, Kommunikation, im Timeboxing usw. zu werden.

Die Essenz

Ursprünglich war dieser Workshop auf Fähigkeiten fokussiert. Durch das Hinzufügen von persönlichen Merkmalen bekommt der Ansatz einen ganz neuen Drive, eine durchaus sehr persönliche Note, die dem ganzen Format einen Zauber und eine Wirkungskraft gibt, die man spürt, indem man teilweise Gänsehaut bekommt und ganz rührende Momente sieht.

Es ist euch absolut freigestellt, was ihr dem Team als Optionen mitgeben wollt. Und es ist den Teilnehmern absolut freigestellt, welche Optionen sie nutzen wollen. Das muss anfangs klar kommuniziert werden!

Und wenn das Blatt fast leer ist, kein Problem! Bestärkt die Teilnehmer, die Vorsichtigen wie auch die Perfektionisten, dem Prinzip, dass es kein Falsch und Richtig gibt zu folgen!

Menschen öffnen sich für einen kurzen Moment und zeigen sich. In allen Fällen hat sich gezeigt, wie konstruktiv alle Teammitglieder in einem solchen Rahmen miteinander umgehen, wie sie die Verantwortung für das Team übernehmen und wie offen sie gegenüber anderen sein können.

Und es zeigen sich ganz oft viele Gemeinsamkeiten auf unterschiedlichsten Ebenen: Sport, Veganes Essen oder spezielle Hobbies sind drei spannende Beispiele.

Wenn das keine Basis ist.

Viel Spaß!



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