Michael

Gedanken zu „3 Gründe, warum Scrum in der Politik nichts zu suchen hat“

Hier denkt Christian M. Mann über 3 Gründe nach, warum Scrum in der Politik nichts zu suchen hat.

Ich möchte hiermit darauf antworten.

Lieber Christian,

vielen Dank für diesen Impuls. Ich würde zusätzlich gern eine andere Perspektive auf dieses Thema bringen.

Warum wird hier auf ein Framework fokussiert, dass lediglich ein Handwerkszeug, ein Mittel ist, um einem bestimmten Zweck zu dienen?

Ja, Scrum 1.0 und 2.0 (beide Entwicklungsstufen sind bereits einige Jahre alt) definierten (damals) eine allmächtige Entscheiderin für das Fachliche. Aber selbst da war sie kein König.

Warum? Der Kunde ist König.

Es gibt keine Politik bei Scrum? Was verstehst du unter Politik? Auch im agilen Kontext ist Diversität ein elementarer Bestandteil: Auch Entwicklung, User Experience, und viele andere sollen sich der Sache verpflichten und gemeinschaftliche Ziele erreichen – und sollen sich einbringen. Dafür notwenige Entscheidungsprozesse, z.B. Konsent-basierte, haben in Unternehmen und Teams mit höherem Reifegrad selbstverständlich Einzug gehalten. Der konsultative Einzelentscheid erinnert mich irgendwie an die Repräsentative Demokratie im Kleinen.

Es hilft möglicherweise, von einer Lösung, die unter bestimmten Rahmenbedingungen und für einen abgegrenzten Bereich funktioniert, wegzukommen, einen Schritt zurückzutreten und sich zu fragen, warum man sich dieses Framework antut:

Einen Rahmen geben, um sich an eine immer schneller ändernde Zeiten anzupassen: Kürzere Time To Market, kleine Schritte mit schnellem Feedback, stetiges Lernen und kontinuierliche Anpassungsbereitschaft, Menschen-basiert, Prinzipien, Pareto, Irrtumskultur und nicht zuletzt gesunder Menschenverstand, der in den Zeiten der Überregulation durch Millionen von Regeln ganz neue Bedeutung bekommt. Das von dir angesprochene Wertefundament darf in dieser Gesellschaft genauso diskutiert werden wie in den Unternehmen, die das sehr ernst nehmen. Und damit sehr erfolgreich sind. Zudem erlaubt das Konzept als Gesellschaft eine Vision zu verfolgen, einer Mission zu folgen.

Hypothese: Dadurch wird der Fokus in der Gesellschaft auf Nachhaltigkeit gelenkt. Und in Zeiten des massiven Sicherheitsbedürfnisses und dem unbedingten Halten des Status Quo, das man seit Längerem in allen Gesellschaftsschichten wahrnehmen kann, wird es vermutlich höchste Zeit, mehr Agilität zu wagen.

Also, könnte dieses Mindset einer Gesellschaft nicht grundsätzlich gut tun?

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